• Aleksandra Walter

Plan: medizinische Homepage

Aktualisiert: 15. Juni 2020


Es wundert mich immer wieder, wenn Website-Projekte den armen Webdesignern samt Inhalten „umgehängt“ werden. Es ist wirklich nicht fein, wenn Webdesigner ihren ersten Vorschlag für die medizinische Homepage abgeben und kein einziger Inhalt auch nur ansatzweise Sinn macht. Es hilft auch nicht, wenn im Nachhinein ein Assistenzarzt zum Web-Verantwortlichen ernannt wird. Wie soll er denn das Problem lösen?


Diese traurige Situation habe ich immer wieder miterlebt. Warum? Weil die Zeit des auftraggebenden Mediziners kostbar ist und Website-Erstellung mit dem ausformulierten Endprodukt gleichgesetzt wird. Die Ausgangslage für den Webdesigner sieht aber insbesondere in der Medizin in etwa so aus: Eine Ordination eröffnet und es muss schnell eine Homepage her. Als kleine Visitenkarte, so die grobe Vorgabe. Das passiert aber in dem falschen Glauben, dass der Webdesigner die Texte mitliefert, sich mit medizinischen Fachbegriffen auskennt und natürlich den State of the Art der Fachrichtung kennt. Der Web-Profi hingegen ist aus anderen Aufträgen gewohnt, Inhalte zu bekommen. Um diese Inhalte herum baut er im Anschluss eine schöne Page auf. Ein beidseitiges Missverständnis zum sprichwörtlichen Haare-Raufen.


Häufiges Ergebnis:

Auftraggeber tobt. Webdesigner will nicht mehr. Sekretärin bekommt graue Haare, weil Texten nicht zu ihrem Jobprofil gehört, aber sonst macht es doch keiner. Das Projekt wird halbherzig und voller Fehler abgeschlossen. Und genau dieses Resultat sehen Tausende Menschen Tag für Tag im Internet. Davon bin ich wirklich enttäuscht. Denn: Sind solche Web-Auftritte nicht verantwortungslos den Patient*innen gegenüber? Gut für das Image sind sie jedenfalls nicht …


Fazit:

Wir brauchen ein KONZEPT mit Webaufbau und Webtexten zusammen. Wir brauchen einen Menschen, der das Projekt koordiniert und prüft. Eine Homepage braucht Zeit, sie muss an das Zielpublikum angepasst werden und strukturiert informieren. Viele Schritte sind notwendig, bis eine medizinische Website tatsächlich funktioniert.


To-do:

· Zeit für Inhalte einplanen.

· Profis auswählen: (a) Medical Writer / Texter und

· b) Webdesigner/Programmierer, am besten im Doppelpack.

· Oder Sie arbeiten mit einer PR-Agentur zusammen: In dem Fall wird diese für (a) und (b) sorgen. Große Agenturen haben selbst Programmierer/IT-Profis im Team, aber Medical Writer sind Mangelware.


Top 3 Ansprüche an medizinischen Web-Content:

1.) Die Patient*innen werden informiert, sie fassen Vertrauen und suchen die Ordination/Klinik auf.

2.) AWende arbeitet mit dem Webdesigner/Programmierer von Anfang an zusammen, damit bei Text, Usability und Bildsprache das Optimum erarbeitet werden kann.

3.) Die Website ist inhaltlich logisch konzipiert: Sie ist ausgewogen mit Leben befüllt, sie wirkt ansprechend und kann gut nach fertigem Auftrag von einer anderen Person weiter betreut werden.

Meine Bitte an Website-Auftraggeber:

Geben Sie ruhig auch Texte in Auftrag. Der technische Aufbau kommt NICHT mit den Inhalten zusammen. Es ist eine inhaltliche Planung notwendig. Die Texte schreiben sich nicht von selbst. Gerade medizinischer Content erfordert viel Verständnis und Hintergrundwissen. Man kann Inhalte auch NICHT auf z. B. drei Ärzte mit je drei Themengebieten aufteilen, wenn es keine inhaltliche Koordination gibt. Andernfalls steht im Unterpunkt 1 ein Rezept mit Äpfeln und Birnen. Im Unterpunkt 2 ein Rezept mit Birnen, Äpfeln und Zwetschken. Im Unterpunkt 3 ein Rezept mit Äpfeln, Marillen und Kirschen. Da fragt sich die Leserschaft: Was sollen die vielen Äpfel? Uninteressant. Und warum diese Redundanz mit den Birnen?


AWende löst das Text-Problem für Ihre Website.

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